Additiv gefertigter metallischer Multimaterial-Prüfkörper mit Kupfer-, Nickel- und Titanfarbzonen sowie einem Raster lokaler Prüfeindrücke
Viele lokale Messpunkte machen Werkstoffzonen, Übergänge und Prozessvarianten als mechanische Datenmatrix vergleichbar.

Anwendung · Additive Fertigung · Parameterstudien

Multimaterial Additive Manufacturing Testing

Mechanische Parameterstudien für additiv gefertigte Multimaterial-Systeme: Testawell erzeugt viele lokale Messdaten über Nickel-, Kupfer-, Titan- und weitere Legierungszonen, damit Zusammensetzung, Prozessfenster und Übergänge früher und belastbarer bewertet werden können.

Warum braucht Multimaterial Additive Manufacturing besonders viele Messdaten?

Bei einem monolithischen Werkstoff kann schon die additive Prozessführung lokale Unterschiede in Porosität, Gefüge, Eigenspannung und Festigkeit erzeugen. In einem Multimaterial-Bauteil kommen weitere Ebenen hinzu: Zusammensetzung, Verdünnung, metallurgische Bindung, Grenzflächengeometrie, unterschiedliche Wärmeleitung und die Wechselwirkung der Prozessparameter mit jedem einzelnen Werkstoffbereich.

Ein einzelner globaler Kennwert kann diese Variantenvielfalt kaum abbilden. Für die Entwicklung werden deshalb lokale mechanische Daten mit hoher Punktdichte benötigt. Sie zeigen, ob eine Schwachstelle aus dem Grundwerkstoff, der Mischzone, einem abrupten Übergang oder einem bestimmten Fertigungs- beziehungsweise Wärmebehandlungszustand entsteht.

Wie unterstützt Testawell die Multimaterialentwicklung?

Testawell plant Parameterstudien als strukturierte Variantenmatrix. Das i3D®-Eindruckverfahren erzeugt an vielen definierten Positionen lokale plastische Spannungs-Dehnungs-Kurven und eindruckbasierte Vergleichskennwerte. Dadurch werden nicht nur wenige Probenmittelwerte, sondern mechanische Profile und Karten über Werkstoffzonen und Grenzflächen verfügbar.

  • viele Proben, Zusammensetzungen und Prozesszustände in einer Messkampagne vergleichen
  • Übergänge zwischen Nickel-, Kupfer-, Titan-, Stahl- oder weiteren Legierungszonen kartieren
  • lokale Vergleichsdehngrenze RIp0,2, Vergleichszugfestigkeit RIm und plastische Fließkurven auswerten
  • Heatmaps, Profile, Streuungen und Variantenrankings für die nächste Entwicklungsentscheidung erzeugen
  • nur die aussichtsreichen Kandidaten in aufwendigere Validierungsprüfungen überführen
Automatisierte Multisample-Screeningkampagne mit vielen Prüfpunkten auf mehreren metallischen Proben
Multisample-Screening verdichtet viele Einzelmessungen zu einer direkt vergleichbaren Variantenmatrix.

Von der Materialidee zur belastbaren Parameterstudie

01

Variantenmatrix definieren

Werkstoffpaarung, Mischstufen, Bauparameter, Orientierung, Wärmebehandlung und Wiederholungen werden auf das Entscheidungsziel abgestimmt.

02

Messraster festlegen

Prüfpunkte werden in den Ausgangswerkstoffen, entlang der Mischzone und in kritischen Übergängen mit passender Punktdichte positioniert.

03

Kampagne automatisieren

Viele Eindrücke werden reproduzierbar gesetzt, optisch dreidimensional vermessen und über eine einheitliche Auswertelogik verarbeitet.

04

Varianten auswählen

Heatmaps, Profile und statistische Vergleiche zeigen robuste Prozessfenster, kritische Übergänge und Kandidaten für die vertiefte Validierung.

Welche Parameter lassen sich systematisch untersuchen?

Die Messkampagne wird nicht um eine feste Standardliste gebaut, sondern um die Hypothese des Entwicklungsprojekts. Für ein Multimaterial-System kann eine sinnvolle Matrix beispielsweise folgende Dimensionen verbinden:

Studienebene Beispielhafte Varianten Mechanische Auswertung
Werkstoffsystem Nickel/Kupfer, Kupfer/Stahl, Titan-basierte Systeme oder projektbezogene Mischlegierungen Unterschiede zwischen Ausgangswerkstoffen und Mischzonen
Zusammensetzung diskrete Mischstufen, kontinuierlicher Gradient oder definierte Grenzfläche Eigenschaftsprofil über den chemischen beziehungsweise geometrischen Übergang
Fertigungsparameter Laserleistung, Geschwindigkeit, Energieeintrag, Schichtstrategie oder Auftragspfad Ranking von Prozessfenstern und lokale Streuung
Bauteilzustand as-built, spannungsarmgeglüht, lösungsbehandelt oder weitere Wärmebehandlungen Verschiebung von Fließkurve und Festigkeitsvergleichswerten
Position und Richtung Aufbaurichtung, Rand/Kern, Übergangsabstand oder mehrere Bauteilzonen lokale Profile, Heatmaps und Hinweise auf Richtungsabhängigkeit

Die genannten Werkstoffkombinationen sind Anwendungsbeispiele, keine pauschale Kompatibilitätsfreigabe. Jede Kombination wird vor der quantitativen Kampagne hinsichtlich Werkstoffverhalten, Probengeometrie und Eignung der Messmethode bewertet.

Welche Datenprodukte entstehen aus vielen Prüfpunkten?

Der Mehrwert entsteht durch die gemeinsame Auswertung aller Punkte. Einzelne Kennwerte werden zu einer Datenstruktur, die Entwicklungsentscheidungen direkt unterstützt:

  • Messpunktdaten: lokale plastische Spannungs-Dehnungs-Kurven und Vergleichskennwerte
  • Profile: mechanischer Verlauf über Werkstoffgrenze, Gradient oder Wärmeeinfluss
  • Heatmaps: räumliche Verteilung über Probe, Buildplatte oder Bauteilzone
  • Variantenranking: nachvollziehbare Auswahl nach Zielwert, Streuung und Robustheit
  • Simulationsnähe: lokale Fließkurven als Grundlage für differenzierte Materialmodelle

Für ein früheres Multisample-Screening wurden beispielsweise 62 plastische Spannungs-Dehnungs-Kurven auf zwölf LPBF-Proben innerhalb von etwa einer Stunde automatisiert charakterisiert. Dieser Fall beschreibt die Leistungsfähigkeit eines konkreten Aufbaus und ist keine pauschale Zeitgarantie für jedes Multimaterial-System.

Einzelne additiv gefertigte Multimaterial-Probe mit drei eng gesetzten Rasterreihen kleiner, flacher i3D-Eindrücke mit realistischem Materialaufwurf sowie einer farbcodierten R-I-p-0,2-Skala in Megapascal

Einzelprobe · Materialübergang · lokaler Festigkeitsgradient

Den mechanischen Gradient direkt auf der Multimaterial-Probe lesen

Eine einzelne additiv gefertigte Probe kann zwei Ausgangswerkstoffe und die dazwischenliegende Mischzone in einem zusammenhängenden Aufbau verbinden. Drei eng gesetzte Reihen runder i3D®-Eindrücke bilden ein dichtes Messraster vom kupferfarbenen Bereich durch den metallurgischen Übergang bis in den silberfarbenen Werkstoff.

Der Farblayer liegt direkt auf der realen Probenoberfläche und übersetzt die punktweise Auswertung in einen räumlich lesbaren Festigkeitsgradienten. Größere Restabdrücke kennzeichnen weichere Zonen, kleinere Restabdrücke höherfeste Zonen. Die Legende ordnet die Rasterwerte der lokalen Vergleichsdehngrenze RIp0,2 in MPa zu. So werden Breite und Homogenität der Mischzone sowie abrupte oder kontinuierliche Eigenschaftswechsel sichtbar.

Gradientenprüfung vertiefen

Welche Prüfmethoden greifen sinnvoll ineinander?

Lokales i3D-Screening ist besonders stark für hohe Punktdichte und frühe Auswahl. Eine belastbare Multimaterialentwicklung betrachtet jedoch mehrere Ebenen. Die konkrete Kombination richtet sich nach Werkstoffsystem und Freigabeziel.

Methode Stärke im Projekt Typische Grenze
i3D-Eindruckverfahren viele lokale Fließkurven und Festigkeitsvergleichswerte für Raster, Profile und Ranking Werkstoff- und probenspezifische Eignung; keine Bruchdehnung aus derselben Prüfung
Härteprüfung schnelles, etabliertes Mapping und gute Orientierung über viele Punkte Härte allein bildet die plastische Spannungs-Dehnungs-Antwort nicht vollständig ab
Zug- und Mikrozugversuch globale beziehungsweise lokale Referenz, Bruch- und Duktilitätsinformationen höherer Proben- und Präparationsaufwand; kleine Übergänge können gemittelt werden
Mikrostruktur, CT und Analytik erklärt Porosität, Phasen, Bindung, Risse und chemischen Übergang liefert ohne mechanische Prüfung keine vollständige lokale Festigkeitsaussage

Welche Grenzen müssen vor einer quantitativen Studie geklärt werden?

Nicht jede metallische Multimaterial-Kombination lässt sich mit derselben Auswertelogik behandeln. Für das Eindruckverfahren nach DIN SPEC 4864 sind unter anderem plastische Verformbarkeit, ein auswertbarer Materialaufwurf, geeignete Korngröße, ausreichende Abstände zu Grenzflächen und eine passende Oberflächenvorbereitung relevant. Hohe Porosität, spröde Phasen, Rissbildung, ausgeprägte Anisotropie oder starke Unterschiede zwischen Zug- und Druckantwort können eine Anpassung, zusätzliche Kalibrierung oder andere Prüfmethoden erfordern.

Deshalb beginnt eine Studie mit einer Machbarkeitsprüfung und wenigen Pilotpunkten. Erst danach werden Punktdichte, Wiederholungen und automatisierte Kampagne festgelegt. So entstehen viele Daten nicht um ihrer Menge willen, sondern mit einer klaren Aussage für die Entwicklung.

Wo Multimaterial-AM von lokaler Prüfung profitiert

Additiv gefertigter metallischer Screeningkörper mit vielen lokalen Prüfpunkten

Wärme und Struktur

Kupfer- und Nickel-Systeme

Übergänge zwischen Wärmeleitfähigkeit, Temperaturbeständigkeit und struktureller Festigkeit mechanisch einordnen.

Bauteilsimulation mit lokaler Spannungsverteilung

Leichtbau und Simulation

Titan- und Mischlegierungen

Lokale Zustände und Übergänge für Luftfahrt, Medizintechnik und simulationsgestützte Entwicklung erfassen.

Mehrere Proben in einer automatisierten Werkstoffscreening-Kampagne

High-Throughput

Legierungs- und Prozessscreening

Viele Zusammensetzungen, Builds und Wärmebehandlungen vor der Vollvalidierung vergleichbar machen.

Dreidimensionale Topografie eines lokalen Prüfeindrucks mit plastischem Materialaufwurf

Funktionsintegration

Gradienten und Smart Components

Eigenschaftswechsel an funktionalen Zonen, integrierten Strukturen und Materialgrenzen punktweise verfolgen.

Häufige Fragen zum Multimaterial Additive Manufacturing Testing

Was bedeutet Multimaterial Additive Manufacturing Testing?

Gemeint ist die mechanische und ergänzende Charakterisierung additiv gefertigter Bauteile oder Proben, die mehrere Werkstoffe, Legierungen oder gezielte Zusammensetzungsgradienten enthalten. Im Mittelpunkt stehen die einzelnen Materialzonen, ihre Übergänge und die Einflüsse der Fertigungsparameter.

Welche Werkstoffkombinationen kann Testawell untersuchen?

Parameterstudien können projektbezogen für metallische Systeme mit Nickel-, Kupfer-, Titan-, Stahl-, Aluminium- oder weiteren Legierungsanteilen geplant werden. Ob eine Kombination mit dem i3D-Eindruckverfahren quantitativ auswertbar ist, wird anhand von Werkstoffverhalten, Gefüge, Porosität, Oberfläche und Übergangszone geprüft.

Welche mechanischen Daten liefert eine i3D-Screeningkampagne?

Je nach Eignung entstehen lokale plastische Spannungs-Dehnungs-Kurven sowie eindruckbasierte Vergleichskennwerte für Dehngrenze und Zugfestigkeit. Viele Messpunkte lassen sich zu Profilen, Heatmaps, Variantenrankings und statistischen Vergleichen verdichten.

Warum reichen Härtewerte für Multimaterial-Übergänge oft nicht aus?

Härtewerte sind für schnelles Screening wertvoll, beschreiben aber nicht allein die plastische Werkstoffantwort. Für die Entwicklung können zusätzlich lokale Fließkurven und Festigkeitsvergleichswerte erforderlich sein, um verschiedene Zusammensetzungen oder Prozessfenster belastbarer zu unterscheiden.

Ersetzt das lokale Screening alle Zugversuche?

Nein. Das lokale Screening dient vor allem dem frühen Ranking, der räumlichen Auflösung und der Auswahl relevanter Varianten. Normativ geforderte globale Kennwerte, Bruchdehnung, Anisotropie oder das Verhalten bis zum Bruch können ergänzende Zug- und Spezialprüfungen erfordern.

Welche Angaben werden für eine Parameterstudie benötigt?

Benötigt werden Werkstoffsystem, Herstellverfahren, Geometrie, Prozess- und Wärmebehandlungsvarianten, relevante Übergänge, erwartete Eigenschaftsbereiche, verfügbare Probenzahl, gewünschte Punktdichte und das Entscheidungsziel der Studie.

Ansprechpartner

Peter Zok unterstützt bei Variantenmatrix, Machbarkeitsprüfung, Punktdichte, Vergleichslogik und ergänzender Validierung.

Peter Zok

Peter Zok

Applications – Materials Testing

Testawell

15 Jahre Erfahrung im Bereich Werkstoffprüfung.

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Multimaterial-Parameterstudie mit klarer Datenlogik starten

Werkstoffsystem, Varianten, verfügbare Proben und Entscheidungsziel genügen für eine erste methodische Einordnung.