Wie funktioniert die Rockwell-Härteprüfung?
Ein Diamantkegel oder eine Hartmetallkugel wird zunächst mit einer Vorprüfkraft aufgesetzt. Diese Referenzposition reduziert Einflüsse durch Oberflächenkontakt und mechanisches Spiel. Anschließend wird die zusätzliche Prüfkraft aufgebracht und nach der Einwirkdauer wieder entfernt.
Aus der bleibenden Tiefendifferenz gegenüber der Referenzposition berechnet das System den Härtewert der gewählten Rockwell-Skala. Ein größerer bleibender Tiefenweg kennzeichnet innerhalb derselben Skala einen weicheren Werkstoff.
Welche drei Schritte bestimmen den Rockwell-Ablauf?
Die Laststufen, Zeiten, Eindringkörper und Auswertung müssen zur gewählten Skala und Norm passen.
- Vorprüfkraft aufbringen und Referenzposition für die Tiefenmessung bestimmen.
- Zusatzprüfkraft bis zur Gesamtprüfkraft aufbringen und die vorgegebene Einwirkdauer einhalten.
- Zusatzprüfkraft entfernen, elastische Rückfederung abwarten und bleibende Tiefendifferenz unter Vorprüfkraft auswerten.
Wie unterscheiden sich HRA, HRB und HRC?
Rockwell ist kein einzelner universeller Zahlenbereich. Die Skala legt Eindringkörper und Lastniveau fest; Werte verschiedener Skalen dürfen deshalb nicht ohne geeignete normative Grundlage gleichgesetzt werden.
| Skala | Eindringkörper | Typische Orientierung |
| HRA | Diamantkegel | harte Werkstoffe, Hartmetalle und dünnere harte Zonen |
| HRBW | Hartmetallkugel | weichere Stähle sowie Kupfer- und Aluminiumlegierungen |
| HRC | Diamantkegel | gehärtete Stähle und hochharte metallische Zustände |
| HRN / HRT | Diamant oder Kugel, skalenabhängig | oberflächliche Rockwell-Prüfung mit geringeren Kräften |
Wann ist Rockwell die passende Wahl?
Rockwell ist stark bei schnellen Wareneingangs-, Prozess- und Serienprüfungen, wenn eine geeignete Skala feststeht und die Probe ausreichend dick, eben und stabil gelagert ist. Eine optische Eindruckvermessung ist nicht erforderlich.
Für sehr dünne Schichten, kleine Gefügebestandteile oder enge Härteverläufe ist Vickers meist besser auflösbar. Bei gekrümmten Flächen, geringer Probendicke oder unzureichender Auflage müssen Korrekturen beziehungsweise alternative Verfahren geprüft werden.
Welche Einflüsse verfälschen Rockwell-Ergebnisse?
Verschmutzungen, Zunder, Öl, Vibrationen, eine nachgiebige Auflage, beschädigte Eindringkörper sowie zu geringe Abstände zu Kanten und vorhandenen Eindrücken können den Tiefenweg verändern. Da bereits kleine Wegabweichungen den Härtewert beeinflussen, sind Gerätezustand, Referenzblöcke und kontrollierte Prüfbedingungen wesentlich.
Welche Normen definieren die Prüfung?
Rockwell-Skala, Eindringkörper, Prüfkräfte, Zeiten, Mindestdicken, Abstände und Verifikation sind in den jeweils geltenden Normen festgelegt.
- DIN EN ISO 6508-1 – Rockwell-Härteprüfung metallischer Werkstoffe, Teil 1: Prüfverfahren
- ASTM E18 – Rockwell hardness of metallic materials
Für Bauteil, Produktspezifikation und Prüfzeitpunkt ist stets die vertraglich geltende Normausgabe zu prüfen.